Compliance und Kommunikation

Was ist das Ziel der Compliance-Kommunikation Ihres Unternehmens? Sie wollen sicherlich errei­chen, dass Mitarbeiter und Führungskräfte verstehen, wie wichtig es der Unternehmensleitung ist, dass Gesetze und interne Richtlinien eingehalten werden, ja, dass es keine Alternative hierzu gibt. Sie wollen fraglos auch verständlich machen, dass Compliance nichts Neues, nichts Besonderes ist, sondern, ähnlich wie der respektvolle Umgang miteinander, eine Selbstverständlichkeit ist. Sie ist nicht ein Steckenpferd der Rechtsabteilung, der Revision oder eines neuen Compliance-Beauftrag­ten. Vielmehr ist sie ein ernstes Anliegen der Unternehmensleitung und der Aufsichtsgremien des Unternehmens

Wie auch bei anderen Themen umfasst Kommunikation alle Signale, die die Unternehmensleitung an seine Mitarbeiter und Führungskräfte sowie an seine Kunden und Lieferanten sendet – in welcher Form auch immer!!!

Internen Richtlinien werden oftmals von Fachleuten für Fachleute in der spezifischen Fachsprache geschrieben und dann verteilt – also kommuniziert. Bei Compliance-Richtlinien mehr noch als bei allen anderen kommt es jedoch darauf an, dass diese in einer Sprache formuliert werden, die zwar inhaltlich den Anforderungen der Juristen Genüge leisten, jedoch für alle Adressaten, deren Mehr­zahl sicherlich Nichtjuristen sind, leicht verständlich und nachvollziehbar ist. Bei der nachfolgenden Kommunikation kommt es maßgeblich darauf an, dass auch hier der Empfängerhorizont maßgeblich ist, d.h. der gewählte Informationskanal es den Empfängern möglichst leicht macht, die Inhalte aufzunehmen.

Gleiches gilt für Schulungsunterlagen, die Verwendung finden in Trainings, welche Mitarbeiter mit Compliance-Inhalten vertraut machen.

Compliance-Kommunikation ist jedoch nicht allein Sache der Compliance-Manager. Vielmehr sind Geschäftsleitung und Aufsichtsgremien in der Pflicht, sich deutlich zu diesem Thema zu äußern. Dabei reichen vielleicht in einem ersten Schritt Aussagen im Geschäftsbericht oder ein Rundschrei­ben an Mitarbeiter und Füh­rungskräfte aus. Ist jedoch ein nachhaltiges Erreichen der Compliance-Vorgaben das Ziel, so ist dies nur Compliance-Kommunikation Interview Dr. Andreas Kark, LL.M. möglich, wenn die Geschäftsleitung und ihre Führungskräfte sowohl durch ihre Äußerungen z.B. in Besprechungen, vor allem aber auch durch ihr Verhalten deutlich machen, dass sie voll und ganz hinter dem Thema Compliance stehen, Compliance vorleben. (Siehe hierzu auch mein Interview im PR Report vom Mai 2013 S. 18 f.)

Kommunikation ist ein sehr weites Feld; banal ist es sicher nicht, denn die Gefahren einer schlech­ten Compliance-Kommunikation für die Unternehmenskultur sind immens. Springt man zu kurz, kann der Eindruck entstehen, dass Compliance Sache der Mitarbeiter ist, die durch den Erlass von Richtlinien seitens der Geschäftsleitung bösgläubig gemacht wurden, die sich selbst damit aber gegen Strafverfolgung abgesichert hat. Springt man zu weit, entsteht der Ein­druck, dass Compliance zum Kerngeschäft des Unternehmens gemacht wurde.

Gern unterstütze ich Sie, bei Ihrer Compliance-Kommunikation die richtige Balance zu finden.